DIE HEILIGE TERRASSE
Das Polonnaruwa-Viereck: Vatadage, Gal Pota und mehr
Ein genauer Blick auf die heilige Terrasse von Polonnaruwa – die runde Vatadage, die Hatadage, den beschrifteten Steinbuch-Gal Pota und den ungewöhnlichen, gestuften Satmahal Prasada.
Polonnaruwa-Touren auf GetYourGuide ansehen ↗Der heiligste Boden der antiken Stadt
Das Quadrangle – vor Ort als Dalada Maluwa bekannt, die Terrasse der Zahnreliquie – ist eine erhöhte Plattform, die dichter mit bedeutenden Monumenten bestückt ist als jeder andere Ort in Polonnaruwa. Dies spiegelt ihre Rolle als religiöses Zentrum der Stadt wider, nicht als Verwaltungssitz. Sri Lankas heiligstes Objekt, die Zahnreliquie des Buddha, wurde hier während der Polonnaruwa-Periode aufbewahrt, bevor sie später nach Kandy überführt wurde. Die Ansammlung von Bauwerken auf der Terrasse – Reliquienhäuser, Bildhäuser, eine beschriftete Steinplatte und ein gestufter Schrein – steht allesamt in Zusammenhang mit der Unterbringung, dem Schutz oder der Ehrung dieser Reliquie.
Die kreisförmige Reliquienhalle des Vatadage
Das Vatadage ist das Herzstück des Vierecks: ein rundes Reliquienhaus, das um einen kleinen zentralen Dagoba errichtet wurde, umgeben von steinernen Säulen, die einst vermutlich ein hölzernes Dach trugen, mit vier sitzenden Buddha-Bildnissen, die in die vier Himmelsrichtungen blicken. Seine Wächtersteine und die halbmondförmigen, verzierten Trittsteine an den Eingängen gelten allgemein als schlichter als die aufwendigeren Ausführungen in Anuradhapura – ein Ausdruck eines etwas späteren, zurückhaltenderen Regionalstils. Der Bau wird üblicherweise mit der Herrschaft von Parakramabahu I. in Verbindung gebracht, wobei weitere Arbeiten kurz darauf häufig Nissanka Malla zugeschrieben werden, auch wenn die genaue Baureihenfolge zwischen den beiden nicht abschließend geklärt ist.
Das Hatadage und sein kurioser Name
Das Hatadage, ein weiteres Reliquienhaus auf der Terrasse, wird König Nissanka Malla zugeschrieben, der kurz nach Parakramabahu I. regierte. Sein Name wird volkstümlich auf zwei Arten erklärt – als „Haus der sechzig Reliquien“ oder als Gebäude, das angeblich in nur sechzig Stunden fertiggestellt wurde – und obwohl sich keine der beiden Behauptungen wirklich anhand von Nissanka Mallas eigenen, berüchtigt prahlerischen Inschriften verifizieren lässt, lohnt es sich, die Volksetymologie zu kennen, denn genau diese Geschichte werden Sie vor Ort hören. Baulich beherbergte es einst ein Bild der Zahnreliquie, als es während der Zeit des Vierecks dessen Hütergebäude war.
Die Gal Pota — ein in Stein gemeißeltes Buch
Direkt neben dem Hatadage liegt der Gal Pota, der „Steinerne Buchblock“ – eine einzige gewaltige Granitplatte, die Nissanka Malla in Auftrag gab und auf deren Oberseite ein langer Bericht über seine Herrschaft und Errungenschaften eingraviert ist. Quellen beziffern die Platte gemeinhin auf rund neun Meter Länge und weit über zwanzig Tonnen Gewicht; die lokale Überlieferung besagt, sie sei aus einem Steinbruch bei Mihintale herbeigeschafft worden – fast hundert Kilometer entfernt. Trifft diese Behauptung zu, sagt sie ebenso viel über Nissanka Mallas Hang zu großen Gesten aus wie der begleitende Text selbst. Bis heute zählt sie zu den größten antiken Steininschriften Sri Lankas.
Die ungewöhnliche Form des Satmahal Prasada
Einzigartig im gesamten Quadrangle erhebt sich die Satmahal Prasada als gestufter, sich verjüngender Backsteinbau – ihrem Namen entsprechend in etwa sieben abnehmenden Ebenen, was ihr eine pyramidenartige Silhouette verleiht, die sich deutlich von Sri Lankas üblichen glockenförmigen Dagobas abhebt. Ihre Ähnlichkeit mit gestuften südostasiatischen Tempelformen hat einige Gelehrte dazu veranlasst, kambodschanischen oder anderen regionalen architektonischen Einfluss zu vermuten, der über Polonnaruwas Handels- und Diplomatiekontakte über den Golf von Bengalen gelangte – doch ihr genauer Ursprung und ihre ursprüngliche Funktion bleiben Gegenstand echter Debatten, nicht gesicherter Fakten. Es ist ein kleines Bauwerk, das man leicht übersehen kann, doch zählt es zu den architektonisch ungewöhnlichsten Überresten der Anlage.
Die Monumente des Quadrangle im Vergleich
Werden die vier Monumente gemeinsam betrachtet statt einzeln, zeigt sich, wie viel religiöses und politisches Geschehen sich auf einer einzigen kompakten Terrasse konzentrierte – Reliquienhüter, königliche Chroniken und Tempelbau schichteten sich innerhalb von ein bis zwei Generationen auf demselben kleinen Areal übereinander. Ein langsamer Rundgang über das Quadrangle, Monument für Monument, erklärt das Polonnaruwa des 12. Jahrhunderts besser als jede andere einzelne Station der Anlage, denn hier verdichtet sich eineinhalb Herrschergenerationen königlichen Ehrgeizes – Reliquienhäuser, Inschriften und Schreine zweier Könige – auf einem Grundstück von kaum hundert Metern Durchmesser.
Was erwartet Sie auf der Quadrangle-Terrasse?
| Denkmal | Erbaut/verbunden mit | Was es ist |
|---|---|---|
| Vatadage | Parakramabahu I., mit späteren Arbeiten unter Nissanka Malla | Rundes Reliquienhaus um eine kleine Dagoba |
| Hatadage | Nissanka Malla | Rechteckiges Reliquienhaus für die Zahnreliquie |
| Gal Pota | Nissanka Malla | Riesige beschriftete Steinplatte, die seine Herrschaft dokumentiert |
| Satmahal Prasada | Unsicher — möglicherweise südostasiatisch geprägt | Siebenstufige Pyramidenstruktur |