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DIE FELSENBUDDHAS ERKLÄRT

Gal Vihara: Polonnaruwas vier in den Fels gehauene Buddhas – erklärt

Im Inneren von Sri Lankas Meisterwerk singhalesischer Felsenkunst – wie die sitzenden, stehenden und 14 Meter langen liegenden Buddhas von Gal Vihara aus einer einzigen Granitwand gemeißelt wurden.

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Eine Granitwand, vier Buddhas

Gal Vihara gehörte ursprünglich zum Uttararama, einem Kloster, das in der Hauptstadt von König Parakramabahu I. aus dem 12. Jahrhundert errichtet wurde. Seine vier Buddha-Statuen wurden direkt aus einem einzigen langen Granitfelsen gehauen und nicht aus einzelnen Blöcken zusammengesetzt. Der aus britischer Zeit stammende Name, der sich durchsetzte – Gal Vihara, schlicht „Felsentempel“ – beschreibt die Technik besser als jedes einzelne Bildwerk: Die Bildhauer bearbeiteten den lebendigen Stein selbst, folgten seiner natürlichen Maserung und den Bruchlinien, statt eine Statue zu formen und sie dann aufzustellen. Genau dieser Ansatz ist ein Grund, warum die Figuren bis heute wie eine zusammengehörige Gruppe wirken, obwohl sie den Buddha entlang derselben Felswand in sehr unterschiedlichen Haltungen zeigen.

Der sitzende Buddha und die kleinere Schreinfigur

Am einen Ende thront auf einer erhöhten Plattform ein großer meditierender Buddha von rund 4,6 Metern Höhe, ursprünglich geschützt von einem eigenen Bildhaus, dessen Pfostenlöcher im umliegenden Fels noch sichtbar sind. Eine zweite, kleinere sitzende Buddha-Figur – etwa 1,5 Meter – befindet sich in einer künstlichen höhlenartigen Nische daneben, ein privaterer, schreinartiger Raum als die offene Sitzfigur neben ihr. Zusammen rahmen die beiden sitzenden Bildnisse die berühmteren Großskulpturen der Gruppe ein und sind meist der ruhigste Teil eines Gal-Vihara-Besuchs – es lohnt sich, vor oder nach dem Andrang am liegenden Buddha hier zu verweilen.

Die stehende Figur — und eine seit Langem andauernde Debatte

Die rund sieben Meter hohe stehende Figur mit über der Brust verschränkten Armen wurde von Autoren der Kolonialzeit lange Zeit eher als der trauernde Begleiter Buddhas, Ananda, denn als Buddha selbst identifiziert – mit der Theorie, dass die ungewöhnliche Haltung der gefalteten Arme und der ernste Gesichtsausdruck besser zu einem Trauernden neben dem benachbarten liegenden Buddha passten als zu einem Bildnis des Erleuchteten. Die moderne Forschung betrachtet sie überwiegend als ein Buddha-Bildnis in ungewöhnlicher Pose, doch die Identifizierung ist weiterhin umstritten und keineswegs gesichert – beide Deutungen sind es wert, zu kennen, bevor man selbst den Gesichtsausdruck der Figur studiert.

Der liegende Buddha und der Moment des Parinirvana

Das Herzstück ist der etwa 14 Meter lange liegende Buddha, der das Parinirvana darstellt – das endgültige Hinscheiden des Buddha jenseits des Kreislaufs der Wiedergeburten – und nicht gewöhnlichen Schlaf. Die Bildhauer markierten den Unterschied mit kleinen, bewussten Details: Die Füße stehen leicht aus der Achse, und das steinerne Kissen zeigt eine feine Mulde, als wäre es von echtem Gewicht eingedrückt – subtile naturalistische Akzente, die diese Figur von einem bloß dekorativen Riesen abheben. Das Gesicht wirkt gelassen statt schmerzerfüllt, ganz im Sinne eines Moments, den die buddhistische Tradition als Befreiung und nicht als Tod versteht – das Detail, das den meisten Besuchern in Erinnerung bleibt.

Warum es als Meisterwerk bezeichnet wird

Gal Vihara wird von Kunsthistorikern durchweg als Höhepunkt der singhalesischen buddhistischen Bildhauerkunst bezeichnet – wegen der Art, wie seine vier Bildwerke die technische Beherrschung von hartem Granit mit zurückhaltender, unmelodramatischer Emotion verbinden: Gelassenheit statt Spektakel. Es ist Teil eines größeren Bauprogramms aus dem 12. Jahrhundert, das Polonnaruwa mit religiöser Kunst füllte, doch nichts sonst auf dem Gelände wagt sich an eine ähnliche Dimension direkt aus dem Felsgestein gehauener Figuren. Diese Kombination aus Ehrgeiz und Kontrolle ist der Grund, warum gerade dieses Monument – und nicht der Palast oder die großen Stupas – gemeinhin als das eine unverzichtbare Highlight der antiken Stadt genannt wird.

Es gut sehen

Die Figuren sind in leicht unterschiedliche Richtungen ausgerichtet und fangen das Sonnenlicht zu verschiedenen Tageszeiten ein, sodass weiches Morgen- oder Abendlicht die Details der Schnitzerei – die Faltenwürfe der Gewänder, die Werkzeugspuren, das subtile Nachgeben des Kissens – meist besser zur Geltung bringt als das flache grelle Mittagslicht. Die gesamte Gruppe steht hinter einer niedrigen Absperrung und darf weder berührt noch bestiegen werden; als aktive Stätte buddhistischer Andacht gilt hier dieselbe dezente Kleidung und Stille, die auch an den übrigen heiligen Bereichen des Geländes erwartet wird. Fotografien vermitteln selten die wahre Größe; insbesondere die liegende Figur erschließt sich am besten, wenn man direkt danebensteht.

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