DER KÖNIG, DER EIN BINNENMEER ERBAUTE
Parakramabahu der Große: Polonnaruwas König des Goldenen Zeitalters
Wer Parakramabahu I. war, welche Bewässerungsphilosophie hinter dem gewaltigen Parakrama-Samudra-Stausee steckt und wie seine Herrschaft von 1153–1186 Polonnaruwa zu einer glanzvollen Hauptstadt machte.
Polonnaruwa-Touren auf GetYourGuide ansehen ↗Ein wiedervereinigtes Königreich
Parakramabahu I. bestieg den Thron im Jahr 1153, nachdem Sri Lanka zuvor zwischen rivalisierenden Fürsten aufgeteilt war. Seine frühe Regierungszeit verbrachte er – so die meisten historischen Überlieferungen – damit, die konkurrierenden Machtzentren der Insel erstmals seit Generationen unter einer Krone zu vereinen. Diese Vereinigung war nicht nur symbolisch, sondern auch praktisch von Bedeutung – sie verschaffte ihm die Ressourcen und die Autorität, um die großen Bau- und Bewässerungsprojekte umzusetzen, für die Polonnaruwa heute bekannt ist, in einem Umfang, den kein geteiltes Königreich hätte stemmen können. Seine rund drei Jahrzehnte währende Herrschaft bis 1186 gilt Historikern allgemein als Höhepunkt der Polonnaruwa-Periode.
„Kein einziger Tropfen Regen bis zum Meer“
Parakramabahu wird traditionell mit einer Herrschaftsphilosophie verbunden, die in den Chroniken festgehalten ist: Kein Regenwasser sollte das Meer erreichen, ohne zuvor genutzt worden zu sein – ein Gedanke, der heute oft mit „nicht einmal ein Tropfen Regen soll ungenutzt ins Meer fließen“ umschrieben wird. Wie auch immer der genaue Wortlaut im Original war, die Haltung entsprach seiner tatsächlichen Politik: Eine Region mit langer Trockenzeit brauchte Wasser, das ganzjährig gespeichert und verteilt wurde, um den Reisanbau zu sichern, und die Bewässerung wurde zu einem zentralen, fast ideologischen Pfeiler seiner Herrschaft – kein Nebenprojekt. Bis heute ist dies der Satz, der in Sri Lanka am stärksten mit ihm verbunden wird.
Das Meer des Parakrama erleben
Der Parakrama Samudra — wörtlich das „Meer des Parakrama“ — ist das Reservoir, das diese Philosophie in Stein und Erde gegossen hat. Statt einen einzigen neuen Tank von Grund auf zu bauen, verbanden und erweiterten die Ingenieure mehrere bestehende kleinere Stauseen zu einem einzigen durchgehenden Gewässer, das sich entlang der westlichen Stadtgrenze erstreckt und in verschiedenen Quellen mit rund zwanzig Kilometern Damm umgeben von tausenden Hektar angegeben wird. Es diente sowohl als Hochwasserschutz als auch als ganzjährige Bewässerungsquelle für die umliegenden Reisfelder — und bemerkenswerterweise bewässert ein Großteil desselben Netzes noch heute, acht Jahrhunderte später, die landwirtschaftlichen Flächen der Region.
Eine Hauptstadt, die neu aufgebaut wurde, um zu beeindrucken.
Dank der gesicherten Wasserversorgung konnte Parakramabahu in einem Ausmaß bauen, das sich frühere Könige von Polonnaruwa nicht einmal vorzustellen wagten: Ein mehrstöckiger Königspalast, Ratskammern, neue und erweiterte Klosteranlagen sowie Erweiterungen des heiligen Quadrangels stammen allesamt aus seiner Regierungszeit. Das Uttararama-Kloster mit den Felsbuddhas von Gal Vihara geht auf seinen Auftrag zurück, und seinem Bauprogramm wird allgemein zugeschrieben, Polonnaruwa von einer reinen Verwaltungshauptstadt in die dicht bebaute, von Monumenten gespickte Stadt verwandelt zu haben, deren Ruinen bis heute erhalten sind. Ein Großteil dessen, was moderne Besucher tatsächlich durchwandern und fotografieren – von Palastmauern bis zu Tempelplattformen – entstand in dieser einen, drei Jahrzehnte umspannenden Bauphase.
Über Bewässerung und Architektur hinaus
Die Chroniken schreiben Parakramabahu zudem Feldzüge jenseits der Insel zu – überliefert sind Expeditionen gegen das Pandya-Königreich in Südindien sowie gegen Ramanna, das heutige Myanmar, als ehrgeizigere, wenngleich unsicherere Unternehmungen seiner Herrschaft – sowie eine bedeutende religiöse Reform im eigenen Land, mit der er Sri Lankas zuvor gespaltene buddhistische Mönchsgemeinschaften unter einer einzigen orthodoxen Ordnung vereinte. Historiker betrachten einige der feineren Details dieser Episoden als aus schmeichelhaften Hofchroniken stammend und nicht aus unabhängigen Aufzeichnungen, weshalb sie am besten als die eigene Darstellung jener Ära von einer aktiven, expansionistischen Herrschaft gelesen werden sollten – nicht als gesichertes modernes Urteil.
Seine Herrschaft auf einen Blick
Insgesamt sind es das Stauseeprojekt, die Religionsreform und das Bauprogramm, weshalb Parakramabahu I. weniger als Eroberer denn als Bauherr-König in Erinnerung bleibt – und weshalb seine rund dreißigjährige Herrschaft als Polonnaruwas goldenes Zeitalter hervorgehoben wird, nicht nur als ein Kapitel darunter. Fast alles, was ein Besucher heute in der antiken Stadt sieht – die Felsbuddhas, die Palastmauern, das Wasser am Horizont – liegt innerhalb der Konturen dieser einen Herrschaft, weshalb sein Name an fast jeder Station einer Polonnaruwa-Tour auftaucht.
Parakramabahu I. goldenes Zeitalter
| Fläche | Wofür er bekannt ist |
|---|---|
| Bewässerung | Ältere Tanks in das Parakrama-Samudra-Reservoir integrieren |
| Architektur | Der Königspalast, die Quadrangle-Erweiterungen und das Uttararama-Kloster des Gal Vihara |
| Politik | Die rivalisierenden Machtzentren Sri Lankas unter einer Krone vereinen |
| Religion | Die Vereinigung der geteilten buddhistischen Mönchsorden der Insel |